Wiet Land, die Geschichte

Ostfriesische Emigration

In wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten begann nach der gescheiterten Revolution (1848) eine Emigrationswelle, die etwa von 1850 bis 1920 dauerte. Armut und Mangel an gutem Ackerland waren die häufigsten Gründe für die Auswanderung. Landarbeiter, aber auch kleine Handwerker stellten das Hauptkontingent der Übersiedler. Gelegentlich emigrierten aber auch Besitzer größerer Höfe, die sich im gelobten Land noch eine Verbesserung erhofften. Anfangs ging die Überfahrt mittels Segelschiffen ab Bremerhaven oder Hamburg nach New Orleans, dann weiter mit Flussschiffen den Mississippi hinauf. Insgesamt sind wohl über 23.000 Ostfriesen in dieser Zeit ausgewandert. Um 1820 entstand in Texas die Saathoffsche Kolonie. Etwa 90 Prozent aller auswandernden Ostfriesen hatte den Mittelwesten, die Staaten Iowa, Illinois und später Nebraska als Ziel. Klima und Bodenbeschaffenheit waren ähnlich wie in der ostfriesischen Heimat. Land konnte günstig erworben werden, teilweise sogar umsonst, wenn es für einen Zeitraum bearbeitet wurde. Häufig übersiedelten zuerst die Männer, suchten Arbeit und verdienten Geld, um später die Familie nachkommen zu lassen. Viele Briefe voll des Lobes über die Möglichkeiten in der neuen Heimat veranlasste auch das Nachfolgen weiterer Verwandten und Freude. So bildeten sich ganze Siedlungen mit ostfriesischen Einwohnern. Kirchen und deutsche Schulen wurden errichtet und die deutsche Sprache, bzw. das ostfriesische Platt, wurde bis etwa nach dem I. Weltkrieg als Muttersprache beibehalten. Die Kinder lernten häufig erst in der Schule englisch.

In späteren Jahren wurde die Überfahrt auf Dampfschiffen durchgeführt. Diese liefen hauptsächlich NewYork an, wo auf Ellis Island die Neuankömmlinge registriert und ärztlich untersucht wurden. Mit der Bahn ging es dann weiter nach Chicago. Pastor Hündling aus Breda, Iowa, gab eine deutschsprachige Zeitung heraus, die Ostfriesischen Nachrichten, die später unter dem Titel Ostfriesenzeitung von Dirk Aden aus Strackholt weiter betrieben wurde. Die Zeitung berichtete aus der ostfriesischen Heimat, aber auch Familiennachrichten der Ostfriesen in der neuen Welt. Auch nach der Jahrhundertwende herrschte große Armut in Ostfriesland. In Münkeboe verdiente Jan sein kleines Einkommen als Ziegeleiarbeiter. Er war verheiratet mit Frieda. Sie war Dienstmagd bei einem ausbeuterischen Bauern. Jan und Frieda hatten eine Tochter. Sie riefen sie „Lüttje Steern“. Im Jahr 1912 entschloss Jan sich zur Auswanderung. In Illinois, wo schon viele Ostfriesen siedelten, konnte er nach fleißiger Arbeit und großer Sparsamkeit eine kleine Farm erwerben. Ein alter Indianer unterstützte ihn bei der Bewirtschaftung der Farm. Als genügend Geld für die Überfahrt angespart worden war, holte er Frieda und Lüttje Steern zu sich in die neue Heimat nach Munkeboe, wie er die kleine Ansiedlung in Erinnerung an die alte Heimatgemeinde genannt hatte. Die Auswanderergeneration hatte meist lebenslang großes Heimweh.

Quelle: Jürgen Adams

 

LIVE-Mitschnitt von der Premiere im Lichtwaarksaal in Hamburg

Pressebericht

Sie sind Veranstalter und möchten die Rockoper „Wiet Land“ auf IHRE Bühne bringen?

Kontaktieren sie uns unter

info@brungersband.de

„Wiet Land“ beschreibt die Angst, den Hunger, den Verlust der Familie aber auch die Hoffnung, die Kraft der Liebe und die Verbundenheit mit der „alten“ Heimat. Viele Auswanderer fanden in Iowa und Illinois eine neue Heimat, da das Klima und die Landschaft der von Ostfriesland ähnelte. Zur Zeit arbeitet Matthias Brungers an einer Theateradaption von „Wiet Land“ mit Dialogen und Schauspielern..

LINKS:

AUSWANDERUNG OSTFRIESLAND

IOWA-OSTFRIESEN